Hauptschule Bünde
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Traumjob im Visier

Hauptschule Bünde eröffnet Berufsorientierungsbüro „BOB"

Bünde (jr). Stellensuche, Bewer- bungsschreiben, Vorstellungsge-spräch-viele 16-Jährige machen das zum ersten Mal. Die Hauptschule Bünde will ihren Schülern diese Arbeit erleichtern. Im neuen Berufsorientierungsbüro „BOB“.

Von den Jugendlichen, die die Bünder Hauptschule verlassen, bekommen 40 Prozent eine Ausbildungsstelle. „Verglichen mit anderen Hauptschulen ist das viel", sagt Rosemarie Kellermeier, Berufskoordinatorin der Schule. Sie weiß, dass andere Schulen zur Berechnung ihrer Vermittlungs- quote nur die Schüler zählen, die sich aktiv um einen Ausbildungsplatz bemühen: Von diesen Engagierten ergattern in Bünde sogar 95 Prozent einen Job. Um noch mehr Hauptschüler fit zu machen fürs Berufsleben, gibt es jetzt das BOB. Ein Gemeinschaftsprojekt: Die Agentur für Arbeit und das Schulministerium bezuschussten 5.000 Euro, die Schule stellte den Raum zur Verfügung und eine Klasse 10 schmückte die Wände mit ihrem Graffiti.

Die 16-jährige Romina sitzt im neuen Büro am Computer und gibt auf der Internetseite www.planet-beruf.de ihre Stärken und Schwächen ein. „Ich würde gerne etwas mit Tieren machen, als Koch oder im Krankenhaus arbeiten", sagt die Schülerin. Nach 20 Minuten spuckt das Programm aus, welcher der 500 Berufe zu ihr passt.

Zusätzlich kann sich das Mädchen im neuen BOB persönliche Hilfe von Berufsberater Armin Schmitz holen. Auch Bewerbungsgespräche sollen hier simuliert werden. Ein „Anti - Blamierprogramm" soll die Jugendlichen auf den Berufsalltag vorbereiten: Was ziehe ich an? Wie gebe ich die Hand? Wie setze ich mich richtig hin? „Die Eltern unserer Schüler sind oft in einer besonderen finanziellen Situation und können sich solche Angebote in den wenigsten Fällen leisten", so Schulleiterin Brigitte Lubitz.

Auch  Zehnfingerschreibkurse  und  die  Vorstellung  vor  potentiellen Arbeitgebern  stehen auf  dem  Programm. 

Eine Liste mit 400 möglichen Praktikumsplätzen wird ausgehängt. „Große Chancen haben  unsere Schüler  zum Beispiel im  Einzelhandel,  bei  Frisören, als   Mechaniker  oder Zahnarzthelfer", sagt Kellermeier. Romina ist fertig mit ihrem Test:  Maskenbildnerin oder  Kinderpflegerin empfiehlt ihr die  Internetseite: „Das kann ich mir  gut vorstellen", bestätigt sie. Am liebsten würde  Schulleiterin  Lubitz  ihren  Schülern einen dreitägigen individuellen Kompetenztest anbieten: „Der kostet aber richtig Geld", so die Schulleiterin, „350 Euro pro Schüler. Dazu fehlen bisher die Mittel."

 

(Aus der NW vom 27.09.2008) - Foto: Jan Rößmann

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