Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

Die Schüler der Klassen 9a und 9b freuen sich auf die Führung durch das Olympiastadion

Blick in die Hauptstadt

Neuntklässler auf Entdeckungstour durch Berlin

Berlin – ein Stadt mit vielen Gesichtern? Berlin – ein Ort, wo Gegensätze sich anziehen? Berlin – eine Metropole, die bei Jugendlichen aus aller Welt absolut angesagt ist? Berlin – multikulti, hip und schräg? Viele Fragen, auf die Schüler jetzt Antworten erhalten haben.

Um Berliner Lebenswelten und die Merkmale einer Hauptstadt kennen zu lernen, suchten 36 Neuntklässler der Hauptschule Bünde gemeinsam mit den Lehrern Alexandra Dammers und Stefan Struckmeier im Rahmen einer fünftägigen Klassenfahrt unter Leitung von Elke Schoenfelder authentische Orte in Berlin per Schiff, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf.

So erkundeten und verglichen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Stadtviertel und Kieze, entdeckten Promis, erlebten im Friedrichsstadtpalast die beeindruckende Revueshow „The One“, besuchten Plätze und Parks, beschäftigten sich mit Kultur und Mauerkunst sowie moderner und vergangener Architektur. Vom 77 Meter hohen Glockenturm hatte die Gruppe einen guten Überblick auf das wahrscheinlich geschichtsträchtigste Sport-stadion Deutschlands Berlins wechselvolle Geschichte erlebten die Teilnehmer

im Rahmen einer spannenden  Zeitreise in „The Story of Berlin“ mit einem Besuch durch den begehbaren Atomschutzbunker unter dem Ku`damm, der im Ernstfall 3.592 Menschen Platz geboten hätte.

Entlang der Bernauer Straße konnten die Jugendlichen die Auswirkungen des Mauerbaus auf das Leben der Menschen nachvollziehen, denn hier ist die breite Schneise des Grenzstreifens noch deutlich sichtbar. „Für die politische, historische und kulturelle Bildung gibt es kein besseres Ziel als unsere Hauptstadt. Der Gegensatz zwischen alt und neu, gestern und heute, Vergangenheit und Zukunft ist nirgends so präsent wie in Berlin. Heute, gut 27 Jahre nach dem Mauerfall, sind die Zeugnisse der Teilung Deutschlands für Jugendliche leider nur noch auf den zweiten Blick erkennbar. Ein geteiltes Deutschland oder eine Mauer, die mitten durch Berlin führte, können sie sich kaum noch vorstellen. Deshalb ist Spurensuche absolut notwendig, will man aus unserer Geschichte für die Zukunft lernen“, betonte Lehrerin Elke Schoenfelder. In einer Abfertigungshalle hinter dem Bahnhof Friedrichsstraße, dem „Tränenpalast“, entdeckten die Jugendlichen in Recherchearbeit, was die 

deutsche Teilung im Alltag für die Menschen in Ost und West bedeutete. Hier mussten Reisende häufig stundenlang Schlange stehen und wurden streng kontrolliert, bevor sie aus der DDR ausreisen durften – was nur wenigen Ostdeutschen überhaupt erlaubt war. Im Museum Kulturbrauerei konnten die Neuntklässler sich ein Bild vom Leben in der DDR machen: Wie arbeiteten und lebten die DDR-Bürger? Welche Sehnsüchte und Wünsche hatten sie? In der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) – einem Ort der Repression, der Revolution und der Aufklärung - schilderte die Zeitzeugin Andrea sehr eindrucksvoll ihre bewegende Lebensgeschichte. „Die Freundschaft zu einer neuen Mitschülerin, das Buch „Unterm Rad“ von Herman Hesse und der Fall eines jungen Mannes in der westdeutschen Sendung ZDF-Magazin veränderte mein Leben. Im Alter von 14 Jahren bekam mein sozialistischer Werdegang einen Knick, mein Weltbild fiel total zusammen. Von nun an fühlte ich mich als DDR-Insassin“, sagte die heute 60-Jährige.

Dass Politik nicht etwas Abstraktes ist erfuhren die Schülerinnen und Schüler während ihres Informations-besuches beim Deutschen

Bundestag auf Einladung von Stefan Schwartze, SPD- Bundestagsabgeordneter unseres Wahlkreises. Anschließend wurde die Gruppe Augenzeuge des Treffens zwischen dem französischen Premierminister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, der mit militärischen Ehren empfangen wurde.

„Die Klassenfahrt war sehr schön und spannend. Ich war schon oft in Berlin. Das Programm hat mir gezeigt, dass es in Berlin mehr gibt als das KaDeWe und die Mall of Berlin“, erklärte Schüler Mert Usta in einer Feedbackrunde. Mitschülerin Amina Nurkabaeva fand die Fahrt sehr lehrreich, weil sie jetzt die größte deutsche Stadt mit all ihrer Hektik, den vielen Menschen in U- und S-Bahnen sowie die unterschiedlichen Attraktionen und Angebote hautnah erlebte. Zusammen eine unbekannte Umgebung erkunden, 24 Stunden miteinander verbringen und Erlebnisse teilen, all das fördert das Gemeinschaftsgefühl in unserem Jahrgang, lässt Vorurteile schwinden und neue Freundschaften entstehen. „Gemeinsam sind wir unschlagbar!“, war die einhellige Meinung aller Schülerinnen und Schüler.

 

Text und Fotos: E. Schoenfelder

24.09.2017

Fotoalbum 
(Fotos Schoenfelder)

 
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