Hauptschule Bünde
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In der Berghütte Rödinghausen: Die Schülervertretung der Hauptschule Bünde und ihre Lehrer und Betreuer. Sie widmeten sich den Themen Medien und Werbung. Foto: Schoenfelder

Hinschauen, nachdenken, hinterfragen

Schülervertretung übt sich in verantwortlicher Meinungsbildung: Die Klassensprecher der Hauptschule widmeten sich in der Berghütte Rödinghausen dem Thema Medien und Werbung

Bünde (nw). Die Klassensprecher-innen und Klassensprecher der Jahrgänge 7 bis 10 der Hauptschule Bünde trafen sich jetzt mit ihren SV-Lehrern Elke Schoenfelder und Stefan Struckmeier zum jährlichen SV-Seminar in der Berghütte Rödinghausen. Im ersten Teil der Veranstaltung, bei der es vorrangig um das Thema "Meinungsbildung" ging, wurden die Teilnehmer mit den Aufgaben der Schülervertretung (SV) vertraut gemacht und nannten Wünsche für das Schuljahr.

 

Neben der vorweihnachtlichen Aktion "Arbeiten & Helfen" und der Planung eines gemeinsamen Schulausfluges aller Klassen ins Sauerland soll zeitgleich zur Fußballweltmeisterschaft ein

Sportfest organisiert werden. Unter dem Motto "Die Macht von Bildern" beschäftigten sich die Jugendlichen im zweiten Teil mit der Wirkung von Bildern in Medien und waren wie Detektive unterwegs um Bilder aus Werbung, Politik und Internet intensiv anzuschauen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber nur wenn man die richtigen Fragen stellt. Kann man Politikern bedenkenlos vertrauen? Das Bild ist echt, aber was ist mit der Bildunterschrift? Passen Bild und Unterschrift zusammen? Wer hat das Bild gemacht? Wer soll angesprochen werden und was soll bewirkt werden? Mit diesen und wei-teren Fragen beauftragte der - das zweitägige Seminar begleitende - Historiker und

Museumspädagoge Norbert Ellermann die jungen Menschen, um die Echtheit eines Bildes herauszufinden.

Besonders an zwei Beispielen erkannten die Schülerinnen und Schüler wie Bilder bearbeitet worden sind. Nach einer spannenden Arbeits- und Diskussionsphase stellten die Teilnehmer fest, dass man bei jedem Bild nach dem Wahrheitsgehalt schauen muss.

So meinte Kevin Werner (16): "Ich kann jetzt Bilder besser deuten, weil ich verstanden habe, wie Bilder aufgebaut sind". Sarah Grospitz (13) ergänzte dazu: "Ich weiß nun, dass nicht jedes Bild echt ist" und Emrihan Gezici (15) erklärte: Ich traue seit heute keinem Bild mehr vorbehaltlos".

War es früher möglich, unangenehme Wahrheiten zu verschweigen und der Öffentlichkeit vorzuenthalten, gibt es heute eher das Problem, das der Schriftsteller Aldous Huxley in seinem Buch "Schöne neue Welt" beschrieben hat: Die Wahrheit wird nicht mehr unterdrückt, sondern in einer Flut von oft unwichtigen Informationen und Bildern, die echt oder auch gefälscht sein können, versteckt. "Überlasst die Meinung nicht anderen! Seht genauer hin, denkt genauer nach und nehmt Stellung", appellierte SV-Lehrerin Elke Schoenfelder an ihre Schülervertretung.

 

NW, 30. November 2017

Fotoalbum vom Seminar 2017/2018
(Fotos Schoenfelder)

 
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