Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1975/1976

 

 

Mit Beginn dieses Schuljahres trat der Erlass des Kultusministeriums zur Einführung der 5-Tage-Woche an Schulen in Kraft. An der Hauptschule Bünde-Mitte war danach nun jeder 2. Samstag unterrichtsfrei.
Trotz des Neubaus war die Raumnot weiterhin so groß dass immer noch drei Klassen nach Südlengern ausgelagert werden mussten. Infolge des zusätzlichen Lehrermangels (28 Lehrkräfte für 633 Schülerinnen und Schüler) betrug der Unterrichtsausfall 10 %.
Am 27.04.1976 verstarb nach längerer Krankheit jedoch plötzlich und unerwartet Herr Rektor Meißner im Alter von 63 Jahren. Herr Konrektor Bergmeier musste die Schulleitung nun allein übernehmen.
Den Abschluss des Schuljahres bildete ein von der Schülermitverwaltung unter der Leitung der Kollegin Frau Anger organisiertes Sommerfest mit vielen Attraktionen, Essens- und Getränkeständen sowie einer „Keller-Diskothek“.

 

Sommerfest mit vielen Attraktionen

Bünde. Hochbetrieb herrschte am Freitag den ganzen Tag auf dem Gelände der Hauptschule Bünde-Mitte. Während am Vormittag die Bundesjugendspiele veranstaltet wurden, stand am Nachmittag das Sommerfest auf dem Programm, bei dem sich mit den Schülern und Lehrern viele Eltern und Ehemalige ein Stelldichein gaben.
Der Schullhof glich einem Kirmesplatz. Überall waren Stände aufgebaut. Es gab Losbuden, an denen selbstgefertigte Dinge zu gewinnen waren, die sehr begehrt waren.
Viel Jubel herrschte beim Sackhüpfen der Schüler gegen die Lehrer und beim Volleyballspiel Lehrer gegen Schüler, das die Lehrer gewannen. Luftballons wurden auf die Reise geschickt, wobei für die weitesten Flüge noch Preise ausgesetzt sind. Am Bratwurststand schwitzten die Brater ebenso wie die Waffelbäcker an ihrem Stand,
während es an den Wurfbuden eine Erfrischung gab, wenn ein mit Wasser gefüllter Luftballon ins Ziel, nämlich den Kopf der sich zur Verfügung stellenden lebenden Zielscheibe, traf und zerplatzte.
Selbstverständlich fehlte auch die Kaffeestube nicht, und Modenschau und Volkstanzvorführungen fanden den Beifall der vielen Besucher. Bemerkenswert groß war der Andrang bei den beiden Wahrsagerinnen Christa und Petra, die mit einer Beredsamkeit ihr Geschäft verstanden, die jeder professionellen Dame dieser Branche zur Ehre gereicht hätte. Aus Karten, Glaskugel und Handlinien lasen sie erstaunliche Dinge heraus. Mit einer Diskothek im Keller, die trotz der Hitze großen Zuspruch hatte, klang das Sommerfest aus.
Unsere Aufnahmen: Modenschau, Wahrsagerinnen.
(NW vom 25.06.1976)

Rektor Willy Meißner

Bünde. In der Nacht zum 26. April ist der Leiter der Hauptschule Bünde-Mitte, Rektor Willy Meißner, im Alter von 63 Jahren verstorben. Fast vier Jahre lang wirkte der Verstorbene an dieser Schule, deren Leitung er mit der Pensionierung seines Vorgängers, Rektor Harrass am 1. August 1972 übernommen hatte.

Willy Meißner stammt aus der Neumark. In Brücken, Kreis Sangerhausen, wurde er am 29. August 1912 geboren. Er besuchte die Oberschule in Königsberg Neumark, die er 1931 mit dem Abitur verließ. Von 1931 bis 1933 studierte er an den Pädagogischen Akademien in Stettin und Kiel. Nach Ablegung der 1. Staatprüfung am 27. März 1933 war er als Lehrer in seiner Heimat tätig.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach die berufliche Tätigkeit Willy Meißners, der als hochdekorierter Offizier im April 1945 mit einer schweren Bauchverletzung in einem

Prager Lazarett in russische Gefangen-schaft geriet.

Im Mai 1949 erst wurde er aus der Gefangenschaft entlassen. In Vlotho fand er zunächst Unterkunft. Von dort aus bemühte er sich, seine inzwischen im Berliner Ostsektor wohnende Familie zu sich zu holen.

Am 24. April 1950 wurde W. Meißner in Südlengern eine Schulstelle übertragen. Am 1. August 1954 wurde er Konrektor in Löhne und knapp zwei Jahre später, am 1. April, 1956 Rektor an der Schule in Spradow. Dort wirkte er fast 16 Jahre lang, bis er als Nachfolger von Rektor Harrass die Leitung der Hauptschule Bünde-Mitte übernahm.

Vor drei Jahren von Schulrat Schnier mit der Ehrenurkunde für 40jährige Dienstzeit ausgezeichnet, hat der Tod jetzt dem rastlosen Wirken des Mannes, der mit Leib und Seele der Schule verbunden war, ein Ende gesetzt.

Neue Westfälische vom 27.04.1976

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