Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1983/1984

 

 

Trotz rückläufiger Schülerzahlen (573 Schülerinnen und Schüler) wurden weiterhin die drei 5. Klassen nach Südlengern ausgelagert, um die neuen Fachräume zweckentsprechend nutzen zu können. Somit wurde auch der neue Musikraum in einer kleinen Feierstunde am 18.10.1983 seiner Bestimmung übergeben. Dabei wurde zwei Vätern - Herrn Rodemeister und Herrn Geißler – besonderer Dank ausgesprochen für die vielen Stunden der Hilfe und Unterstützung bei der Gestaltung und Einrichtung dieses Fachraums.
Einen großen Erfolg errang die Schülerin Elena Orru im Frühjahr 1984. Beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels ging sie in der Gruppe „Fremdsprachige Schüler“ jeweils als Siegerin auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene hervor. Somit durfte sie im Juni in Frankfurt am Entscheid auf Bundesebene teilnehmen und belegte dort den hervorragenden 2. Platz. Die Schülerin und die Schule erhielten als Anerkennung für die großartige Leistung Buchpräsente und einen Geldbetrag.
In diesem Jahr wurde das Fach „Wahlpflichtunterricht“ in die Stundentafel aufgenommen. In diesem Rahmen beschäftigte sich eine Schülergruppe unter Anleitung ihrer Biologielehrer mit der Anlage eines Schulgartens mit Teich und angrenzender Sumpfzone zwischen dem Neubau und der Turnhalle. Die Errichtung eines Sichtschutzzauns zum Südring hin sowie die Aufstellung eines Gartenhäuschens als Geräteraum vervollständigten zum Schluss diesen neuen Bereich des Schulgeländes.
In den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet wurde am 26.06.1984 die Kollegin Frau Schulz. Sie war eine wichtige Stütze des Kollegiums und trug durch ihre starke Persönlichkeit viel zu Harmonie und Integration zwischen den „Jungen“ und „Alten“ in diesem Gremium bei.

 

Bünderin im Juni beim Bundesentscheid
Elena Orru Landesbeste im Vorlesewettbewerb

Bünde (ds). Mit eher gemischten Gefühlen war sie in den 25. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels hineingegangen. Alle Zweifel erwiesen sich für Elena Orru, Schülerin der Hauptschule Bünde-Mitte, dann aber als unbegründet. Glänzend meisterte sie nach Erfolgen auf Kreis- und Bezirksebene nun eine weitere Hürde: Die Zwölfjährig ging am 6. Mai beim Landeswettbewerb in Dülmen in der Gruppe „Fremdsprachige Schülerin“ als Siegerin hervor.

Ein Erfolg, auf den nicht nur sie selbst und die Eltern stolz sind. Auch Rektor Pieper, Klassenlehrer U. Schürmann und Deutschlehrerin R. Rudolf freuen sich über das gute Abschneiden Elenas, die in Sizilien aufwuchs und seit vier Jahren in Bünde lebt

Mit dem Landessieg qualifizierte sich die Schülerin der Klasse 6c gleichzeitig für den vom 5. bis 8. Juni d.J. laufenden Bundesentscheid in Frankfurt (Main), der auch ein Besichtigungsprogramm einschließt. Am 7. Juni muss Elena Orru im dortigen Goethe-Haus „Farbe bekennen.“ Wie schon beim Landeswettbewerb, muss sie einen ihr unbekannten Text und einen dreiminütigen Wahltext (Lyrik und Mundartliteratur ist ausgeschlossen) vortragen.

In Dülmen hatte sie sich hierfür ein

Kapitel aus  Erich  Wustmanns  Buch „Vitochi"   ausgesucht.  In  Frankfurt will die Bünderin der gestrengen Jury ein  Kapitel aus „Tina  und  Tini" vorlesen und bereitet sich schon fleißig

Neue Westfälische vom 30.05.1984

auf diesen Auftritt vor. In dem Wettbewerb, unter der Schirmherrschaft von Bundespräsi- dent Karl Carstens, geht es darum, die eigene Freude am Lesen durch das Vorlesen selbst ausgesuchter Textstellen aus „Lieblingsbüchern" weiterzugeben. Sollte sie in der hessischen Metropole ebenso überzeugen können, gibt es nicht nur eine weitere Urkunde mit Scheck - Elena Orru dürfte dann auch als Gast und Jurymitglied am 26. Vorlesewettbewerb in Frankfurt teilnehmen. Und auch die Bünder Hauptschule würde von diesem Sieg profitieren. Sie erhielte einen Wanderpreis und Besuch von einem Schriftsteller. Unabhängig vom Ergebnis will Elena Orru im Anschluss an den Wettbewerb mit Lehrern und Mitschülern feiern. Grund genug hat sie allemal.  

Wilfried Rabbel von der Fachkonferenz Biologie am kürzlich angelegten Teich auf dem Grundstück der Hauptschule Bünde-Mitte.

Hauptschule Bünde-Mitte bietet praktischen Wahlunterricht an

Biologie bald im eigenen Sumpf, am Teich und im Garten möglich

B ü n d e (ds). Weg von der Kreide - raus in den Garten der Natur, das ist für die Schüler der Hauptschule Bünde-Mitte schon halbe Wirklichkeit. Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes Biologie ist eine Interessengruppe damit beschäftigt, einen "wilden" und einen "kultivierten" Bereich auf dem Schulgelände, zum Südring hin, zu schaffen. Die Teich- und Sumpfzone sowie der Schulgarten waren Themen in der jüngsten Fachkonferenz, deren Vorsitzender der Biologielehrer Wilfried Rabbel ist.

Für das Sumpfgebiet wurde eine. 50 Zentimeter tiefe Betonwanne zweckentfremdet, die früher als künstlicher Teich Unterrichtszwecken diente, nach Worten von Wilfried Rabbel aber denkbar ungünstig dafür gewesen sei. Einmal habe die geringe Tiefe dazu geführt, dass das Wasser im Teich an strengen Wintertagen bis zum Boden durchfror und die Kleinstlebewesen mit ihm, zum anderen sei die Wanne immer wieder undicht geworden. Letzteres habe dazu geführt, dass allsommerlich der Bereich um den Teich unter Wasser gesetzt wurde und das Gelände eher einer Müllkippe glich.

Jahrelang tat sich gar nichts mehr auf dieser Seite der Schule. Bis im Sommer 1981 schließlich die Frage in der Fachkonferenz Biologie aufkam, wie man das verwahrloste Gelände wohl sinnvoller nutzen könnte. Während die Alternativen "Betonwanne herausreißen" und "Betonwane aufmauern" verworfen wurden, entschieden' sich die Fachlehrer für Zuschütten der Sumpfzone. Die Stadt Bünde lieferte Anfang diesen Jahres die Erde - solange steckte das Projekt im Planungsstadium - die Schüler stellten im Frühjahr ihre Muskeln für die praktische Unterrichtsarbeit zur Verfügung. Wilfried Rabbel: "Von den Schülern kam auch der Vorschlag, neben der Sumpfzone einen künstlichen Teich anzulegen." Da sei man allerdings anders vorgegangen. Für rund 800 Mark - eine Hälfte wurde aus dem Bio-Etat, die andere aus Mitteln der Schülerverwaltung finanziert - schaffte die Schule eine Folie an, die als Grund des Teiches dient. Die Arbeit investierten wiederum Schüler unter Anleitung des Fachpersonals, das zuvor in Weiterbildungskursen im Schulbiologiezentrum Bustedt sein Wissen erweitert hatte. Mitte Mai konnten auch die Arbeiten am Teich weitgehend abgeschlossen werden. Den letzten Teil des Projektes - das Pflanzenwachstum - überlässt man der Natur selbst. "Starterwasser" für den Teich wurde aus dem nahegelegenen Biologiezentrum besorgt.

Schon bald soll auf dem rund 300 Quadratmeter großen Grundstück unmittelbar an der Hauptschule praktischer

Unterricht möglich sein. Untersuchungen am stehenden Gewässer sind hier ebenso möglich wie Artenschutzkunde. Unmittelbar neben der "wilden Zone" entsteht derzeit auf einem rund 120 Quadratmeter. großen Areal ein Schulgarten, auf dem, so Bio-Lehrerin Anette Rühl, in diesem Jahr noch Tomaten, Kohlrabi und vieles mehr geerntet werden sollen. Es gehe u. a. darum, den Schülern den Unterschied zwischen biologischem und traditionellem Anbau zu verdeutlichen. Auch hier helfen die Schüler im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes kräftig mit. Die kranken Fichten auf dem Grundstück wurden gefällt; inzwischen haben sich auch die ersten Gräser gegen die Unkrautvernichtungsmittel durchgesetzt freut sich Anette Rühl. Auf chemische Unkrauttöter will man hier künftig ganz verzichten. Der Anschauungsunterricht soll zudem ungestört ablaufen können. Zum Südring hin wurde ein Zaun in Eigenarbeit angelegt. den der Förderverein finanzierte und der mit Klettergewächsen bepflanzt werden soll.

Übrigens scheinen Schulgärten in Bünde jetzt Schule zu machen. An diesem Mittwoch wird sich der Schulausschuss nämlich mit der Anlage eines solchen an der Hauptschule Bünde-Nord beschäftigen. Da geht es auch um die Bewilligung von Geldern.

Neue Westfälische vom 06.06.1984

Geht nach 20jährigem Dienst in der Hauptschule Bünde-Mitte in den Ruhestand: Else Schulz. Das Foto zeigt sie zusammen mit Ehemann Jochen (2. V. r.), Rektor Horst Pieper (links) und Schulrat Ziebell (rechts).

Foto: Schnase

Else Schulz verlässt Hauptschule Bünde-Mitte

Abschied fiel keinem leicht

Bünde (ds). „Ein trauriger Anlass“, so Rektor Horst Pieper, führte kurz vor den Ferien das Kollegium der Hauptschule Bünde-Mitte zusammen. Sollten doch gleich zwei verdiente Lehrkräfte verabschiedet werden, die in der Bildungseinrichtung durch ihre langjährige Tätigkeit Akzente gesetzt haben. Während die in verschiedenen Gremien engagierte Heike Anger nach nunmehr elf jährigem Dienst aus persönlichen Gründen zur Hauptschule Kirchlengern wechselt, war es für Else Schulz der letzte Schultag überhaupt. Nach 20jähriger erfolgreicher und engagierter Arbeit tritt sie vorzeitig in den Ruhestand. Leicht fiel keinem der Beteiligten.

 

„Die Entscheidung kam für die Schule überraschend,“ meinte Rektor Pieper und bedauerte gleichzeitig den Entschluss: "Mit Frau Schulz verlässt uns eine Kollegin, die zur Schule gehört wie keine andere," Das Ehepaar Schulz (Ehemann Jochen leitete lange Jahre die Redaktion der NEUEN WESTFÄLISCHEN) verlässt in einigen Wochen Bünde und zieht nach Malente (Schleswig-Holstein).

Während Pieper den bewegten Lebenslauf der angehenden Ruheständlerin nicht ohne die eine oder andere persönliche Anmerkung Revue passieren ließ, blieb Schulrat Horst Ziebell eigentlich nur noch der formelle Akt der Verabschiedung. Dass er sich aber ebenso intensiv auf diesen Tag vorbereitet hatte, bewies Ziebell, als er dem Schulleiter mit dem genauen Thema der 1, Examensarbeit von Else Schulz unter die Arme greifen konnte: „Die Wandlung der Detektivgestalt in der Kriminalliteratur“.

Else Schulz ist gebürtige Rosenbergerin (Westpreußen). Nach dem Abitur 1942 war sie einige Zeit im Kriegshilfsdienst als DRK-Helferin tätig, anschließend - von 1943 bis Anfang 1945 - als Aushilfslehrerin an einer einklassigen Schule mit 80 Kindern im 1. bis, 8 Jahrgang. 1945 flüchtete sie aus Westpreußen, studierte von 1966 bis 1968 an der Päd. Akademie Bielefeld. Zur Volksschullehrerin wurde Else Schulz am 1.7. 1968 ernannt. Die Ernennung zur Beamtin auf Lebenszeit erfolgte 1971.

„Ich bin mündlich autorisiert worden, Sie heute in den vorzeitigen Ruhestand zu verabschieden.“ erklärte Schulrat Ziebell („Ein für eine solche Behörde ungewöhnlicher Vorgang") und würdigte ebenfalls die Arbeit der Lehrerin. Sie sei eine Persönlichkeit. die breite Anerkennung bei den Schülern, Kollegen und in der Öffentlichkeit genieße. Else Schulz bedankte sich mit einem Gedicht ihres „Jochen", das den Lesern nicht vorenthalten bleiben soll:

STATT EINER REDE

Schneller, als ich angenommen,
ist der Tag für mich gekommen,
da ich aus dem Schuldienst scheide.
Grund genug, nicht nur zur Freude.
*
Ich gesteh' in dieser Stunde:
gern hab' ich hier in der Runde
im Kollegenkreis gesessen,
das bleibt weiter unvergessen.
*
Zwar bin ich demnächst recht fern.
doch die Damen wie die Herrn
sind im Norden, wo es schön,
stets als Gäste gern geseh 'n.
*
Timmendorf heißt dann die Devise,
zwischen Wasser, Wald und Wiese
in der Holsteinischen Schweiz..
Das zur Wegweisung bereit.
*
Vorerst der Kollegenschar
Dank und noch manch schönes Jahr
und Erfolg bei dem Bemüh 'n,
hier zu lehren, zu erzieh'n.

 

Neue Westfälische vom 27.06.1984

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