Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1989/1990

 

 

Mit Beginn dieses Schuljahres startete die neue Gesamtschule Bünde in Ennigloh mit dem 5. Jahrgang. Damit begann gleichzeitig das Ende der Hauptschule Bünde-Nord. Für die Hauptschule Bünde-Mitte bedeutete das wiederum einen Rückgang der Schülerzahlen und so konnten nur zwei Eingangsklassen im 5. Schuljahr eingerichtet werden.

Am 29.09.1989 ging die Kollegin Frau Spanuth nach 40-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. Zu diesem Anlass hatte sie das gesamte Kollegium zu einer kleinen Feier in die Gaststätte „Jever Krug“ eingeladen.

Da am Ende des vergangenen Schuljahres kein Schulfest stattgefunden hatte, wurde dies am 14.10.1989 am Nachmittag nachgeholt. Diesmal stand das Fest unter keinem besonderen Thema. Alle Klassen leisteten einen Beitrag. Auch die Elternschaft trug mit einer eigenen Modenschau sehr zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Schon Anfang des Schuljahres stieg die Anzahl der Migrantenkinder aus Polen und der Sowjetunion so sprunghaft an, dass bereits im Oktober 22 Kinder mit nur geringen oder keinen Kenntnissen der deutschen Sprache in die Regelklassen integriert werden sollten. Dies war schlicht unmöglich und so richtete die Schule für diese Jungen und Mädchen ab dem 18.10.89 eine Auffangklasse mit besonderer inhaltlicher Konzeption ein. Gleichzeitig beschloss die Schulkonferenz, beim Schulträger und der Schulaufsichtsbehörde einen Antrag auf die Einrichtung einer gesetzmäßigen Förderklasse zu stellen. Diesem Antrag wurde für das 2. Schulhalbjahr sehr schnell zugestimmt.
Am Samstag, 02.12.1989 veranstaltete man für die Eltern und Kinder der 4. Grundschulklassen einen „Tag der offenen Tür“. Mit großem Aufwand wurden Unterricht, Freizeitangebote und Konzeption der Ganztagshauptschule vorgestellt und die Gäste teilweise auch zum Mitmachen animiert.
Das 2. Halbjahr verlief ohne weitere Höhepunkte und endete für die Entlassschülerinnen und Entlassschüler am 30.05.1990 mit einer stimmungsvollen Feier, die erstmalig an einem Mittwochabend durchgeführt wurde.

 

Nach der Pensionierung wird studiert

Hauptschulpädagogin IIse Spanuth tritt nach 40 Jahren in den Ruhestand

Bünde (MaK). Die Hauptschule Bünde-Mitte verliert eine treue und bewährte Lehrerin: IIse Spanuth, die 20 Jahre lang in der Zigarrenstadt unterrichtete, geht in Pension. Den Schuldienst trat sie bereits 1949 in Osnabrück an und brachte ihren Schülern fortan Englisch, Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Religion und Musik bei: »Die Spezialisierung auf nur wenige Fächer gab es damals ja noch nicht«, erklärt sie ihre Vielseitigkeit.

Ilse Spanuth (2.v.r.) inmitten einer Schar von Schülern. Am 4. Oktober wird im Rahmen des Schulfestes ihr Stück "Glotzie, das Fernsehmonster" von Schülern der Klassen Fünf bis sieben aufgeführt. Die Autorin von Krimis, Lyrik und Reiseberichten plant als nächstes eine Bootsfahrt auf dem Niger. Foto: Krause

Die Zeiten nach dem Krieg waren nicht sehr einfach: »Mein erstes Monatsgehalt betrug 98 Mark, so wenig, dass mein Vater mich noch eine ganze Weile unterstützen musste.« Unterrichtsmaterial wie Fibeln oder Karten hatte sie selbst anzufertigen, und sie half selbstverständlich dabei, den von Amerikanern gestifteten täglichen Maisbrei an die Schüler auszuteilen: »Wir Lehrer durften allerdings keinen Löffel davon nehmen!«

Ehe sie 1956 nach Westfalen zur Hunnebrocker Volksschule kam, durchlief sie fünf Stationen im niedersächsischen Osnabrück. In jedem Klassenzimmer musste damals ein Klavier stehen, und freilich wusste Ilse Spanuth dieses Instrument auch »zu bedienen«.

Prägend für mich und mein Menschenbild war meine Studienzeit

in Celle. Der »Celler Geist« war derzeit, mit seiner musischen und christlichen  Ausrichtung, ein Begriff«, erzählt die überzeugte Pädagogin. »Mein Ziel war es seither immer, junge Menschen zu kritik- und glücksfähigen Individuen zu erziehen. Und vor allem«, fügt sie mit besonderer Betonung hinzu, »ich wollte keine Jasager, denn davon hatten wir im Dritten Reich wohl schon genug«.

In 40 Unterrichtsjahren hat sich die »Pensionärin« ihren Elan bewahrt: »Ich werde demnächst Psychologie studieren«, ist sie noch immer wissbegierig. Ilse Spanuth wird viel schreiben (einen satirischen Kriminalroman hat sie bereits beendet) und reisen: Für ein Buch über alte Totenriten stehen die Flüsse Niger, Amazonas und Yangtsekiang auf dem Programm.

Bünder Zeitung vom 29.09.1989

Bilder von der Anschiedsfeier in der Gaststätte „Jever Krug“

Notizen aus dem Schulausschuss

Klasse für Aussiedler

Einstimmig sprach sich der Schulausschuss für die Einrichtung einer Förderklasse für spätausgesiedelte Kinder an der Hauptschule Bünde-Mitte aus. Die dortige Schulkonferenz hatte den Antrag damit begründet, dass derzeit 22 Spätaussiedlerkinder aus Polen und Russland ohne oder nur mit geringen deutschen Sprachkenntnissen die Hauptschule besuchen. Die Förderklasse sei eine wichtige schulische Maßnahme im Interesse der Stadt Bünde, da so verbesserte Bedingungen geschaffen würden, damit die Betroffenen möglichst ohne großen Zeitverlust den Anschluss an unsere Schul- und Berufsbildung und die entsprechenden Abschlüsse finden. Zusätzlicher Raumbedarf entsteht nicht. Der Schulausschuss unterstützte weiterhin die Einrichtung einer ABM-Stelle (Sozialpädagoge/-in) im nächsten Jahr für die Hauptschule "Mitte".

Neue Westfälische vom 25. 11. 1989

Offene Türen in der Hauptschule Bünde-Mitte

Bei ganztägiger Betreuung werden Freizeitangebote und Unterricht kombiniert

Bünde (tz). Für einen Tag öffnete die Hauptschule Bünde-Mitte ihre Türen, um über sich zu informieren. Interessierte Eltern konnten, zusammen mit ihren Kindern, an diesem Wochenende den Ganztagsbetrieb hautnah erleben, und über das Für und Wider dieses Schultyps entscheiden. Eltern- und Lehrerschaft der Schule taten sich indes zusammen, um den Besuchern sämtliche Angebote der Schule zu präsentieren. Wichtigster Unterschied dieser Hauptschule zum »Normaltyp«: Freizeitangebote werden in den Schulrhythmus integriert, Schule wird auch zum Spielplatz.

Neben den Pflichtveranstaltungen bieten die Lehrkräfte beispielsweise noch einen Computerkurs, einen Musikkurs. einen Mikroskopierkurs, und Kurse zum Erwerb des Angel- und

Mofascheins. Außerdem können sich ausländische Kinder in ihrer Heimatsprache weiterbilden. Wer jedoch von all diesen Aktivitäten keinen Gebrauch machen will, hat die Möglichkeit sich in die Bibliothek zurückzuziehen, oder im Aufenthaltsraum an der Disco teilzunehmen.
„Bei unseren Veranstaltungen ist fast für jeden etwas dabei, und unsere Kurse werden sehr gut angenommen«, erklärte Joachim Weiß, der stellvertretende Rektor der Hauptschule. Für die Lehrer sei diese Form der Arbeit zwar zuerst etwas ungewohnt, doch insgesamt würden die Schüler in der Ganztagsschule fachgerechter gefördert, da als Ansprechpartner immer ein kompetenter Lehrer zur Stelle sei, so ein Argument des Konrektors.

Bünder Zeitung vom 04. 12.1989

Zu den vielen freiwilligen Arbeitsgemeinschaften, die die Hauptschule Bünde-Mitte anbietet,
gehört auch die Jugendband unter der Leitung von Musiklehrer Werner Meier

Bild: Neue Westfälische vom 05.12.1989 - Foto: Komplaik
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