Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1990/1991

 

 

In dieses Schuljahr startete die Hauptschule Bünde-Mitte mit 463 Schülerinnen und Schülern, die in 19 Klassen von 39 Kolleginnen und Kollegen unterrichtet wurden. Man richtete zunächst eine Förderklasse ein. Durch den starken Zugang von Migrantenkindern bildete die Schulleitung aber bereits im Laufe des 1. Halbjahres eine zweite und schließlich sogar noch eine dritte Klasse für diese Mädchen und Jungen.
Die beiden 5. Klassen gestalteten mit ihren Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen erstmalig jeweils 3 „Kennenlerntage“ im Naturfreundehaus in Löhne-Gohfeld. Diese Tage fanden im Oktober 1990 statt und bildeten den Auftakt für ein neues pädagogisches Konzept, das „Zweiter Schulanfang“ genannt wurde. In den kommenden Jahren sollten diese Tage fester Bestandteil des Schullebens dieser Schule werden.
Im Mai 1991 wurden der Sportplatz und der Rotgrandplatz, die zum Schulgelände gehörten, von der Stadt gesperrt. Es bestand der Verdacht, dass die rote Asche mit Dioxin belastet war. Das bedeutete eine erhebliche Einschränkung des Sportunterrichts im Bereich der Leichtathletik und die Absage der Bundesjugendspiele für dieses Schuljahr. Schließlich stellte sich heraus, dass beide Plätze nicht gesundheitsgefährdend belastet waren und die Sperrung konnte zum Beginn des neuen Schuljahres im September1991 wieder aufgehoben werden.
Fast schon traditionell fand am 15.07.1991 zum Abschluss des Schuljahres ein Schulfest statt. Jede Klasse leistete dazu einen eigenen Beitrag. In der Hauptsache wurden viele nationale und internationale Speisen und Spezialitäten angeboten. Sie gaben dem Fest einen besonderen kulinarischen Rahmen und die vielen Besucher probierten begeistert von den Köstlichkeiten.

 

  Anfrage der Grünen zu Kieselrot / Thees:

 Alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet

Bünde. Die Ratsfraktion der Grünen richtete zum Thema "dioxinverseuchtes Kieselrot" folgende Anfrage an die Stadt: "Die Verwendung des sogenannten Marsberger Kieselrot, das extrem dioxinverseucht war, zum Sport- und Freizeitanlagenbau hat offenbar einen großen Umfang in NRW, ohne dass bis heute ein komplettes Bild über alle möglichen Verwendungsorte sowie das Ausmaß möglicher gesundheitlicher Auswirkungen und Schädigungen vorliegt. Da aus Diskussionen und Informationen der Landesregierung und des Landtages hervorging, dass die vorhandenen Unterlagen der Marsberger Lieferfirma nur bis ins Jahr 1963 reichen, die Lieferungen aber bis mindestens 1968 dauerten, liegt hier eine Informationslücke vor, die nur vor Ort beantwortet werden kann. Hierzu folgende Fragen:

1. Welche Maßnahmen hat die Stadt Bünde ergriffen, um festzustellen, ob und in welchem Umfang Marsberger Kieselrot auf Bünder Sport- und Freianlagen verwendet worden ist?

2. Welche Ergebnisse und Erkenntnisse liegen der Stadt über den Einsatz von Kieselrot in Bünde bisher vor?

3. Gibt es lückenlose (Lieferungs-) Unterlagen über das in der Stadt Bünde sowie dem früheren Amt Ennigloh für den Sportplatz- und Freianlagenbau verwendete Material? Wenn ja:

Sind diese komplett kontrolliert worden und welche Ergebnisse gehen daraus hervor?

4. Sind Messungen über mögliche Dioxinverseuchungen auf Bünder Hartplätzen durchgeführt worden? Wenn ja: Mit welchen Ergebnissen?

5. Welche Maßnahmen will die Stadt Bünde noch ergreifen, um vollständige Erkenntnisse über mögliche Dioxinbelastungen aller in Frage kommenden Bünder Sport- und Freianlagen zu erhalten?"

Dazu antwortete Stadtdirektor Gerhard Thees:

"Zu Frage 1: Die Untersuchung, ob und in welchem Umfang Marsberger Kieselrot auf Bünder Anlagen verwendet wurde, erfolgte durch Überprüfung der vorhandenen Bauakten. Darüber hinaus wurden Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern, Schulen und Hausmeistern eingeholt.

Zu Frage 2: Nach Aktenlage ist auf dem Heidesportplatz und angrenzenden Trainingsplatz Kieselrot eingebaut worden. Bei der Laufbahn und der Sprunggrube an der Realschule Bünde-Mitte sowie am Fußweg im Stadtgarten konnte die Herkunft des Materials bislang nicht ermittelt werden. Der Einbau von Kieselrot kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Zu Frage 3: Für die überwiegende Anzahl der städtischen Anla- gen sind Unterlagen bzw. Angaben vorhanden. Die vorhandenen Unterlagen wurden überprüft. Mit Ausnahme der unter 2) genannten Anlagen (Heidesportplatz mit Trainingsplatz, Laufbahn und Sprunggrube an der Realschule Bünde-Mitte und Fußweg am Stadtgarten) ist nachweislich kein Kieselrot eingebaut worden.

Zu Frage 4: Messungen über mögliche Dioxinbelastungen sind noch nicht durchgeführt worden. Entsprechend einer Verfügung des Regierungspräsidenten in Detmold vom 26.4.1991 werden die Bodenproben von den zuständigen STAWAs genommen und zur Analyse dem Landesamt für Wasser- und Abfallwirtschaft weitergereicht. Untersuchungen für die unter 2) genannten Anlagen sind beim staatlichen Amt für Wasserwirtschaft Minden beantragt.

Zu Frage 5: Die erforderlichen Maßnahmen sind bereits von der Stadt Bünde eingeleitet worden (s. Punkt 4)."

Neue Westfälische vom 30.05.1991

In Handschellen durch die Schülermenge

In Handschellen wurden Schulleiter Horst Pieper und Friedrich Unterkötter, Klassenlehrer der 10 B, auf dem Schulhof der Hauptschule Bünde-Mitte abgeführt. Die 87 Schulabgänger feierten das Ende ihrer Schulzeit gestern mit Pauken und Trompeten: Die Lehrer wurden auf einen Traktoranhänger verfrachtet und unter

dem Jubel der gesamten Schüler über den Schulhof gefahren. In zerschnittenen Jeans und bunt bemal- ten T-Shirts wurde zu Discomusik aus dem Kassettenrekorder getanzt und schließlich  hatten  sich  die  Schüler  auch noch lustige Wettkämpfe mit den Lehrern einfallen lassen wie zum

Beispiel das Schubkarrenfahren. Das Lehrerzimmer war zuvor mit Ballons und einer »Negerkusspyramide« dekoriert worden. Schulleiter Horst Pieper war erfreut über das »angemessene Verhalten« seiner Schüler.

Bünder Zeitung vom 04.07.1991

Foto: Briegmann

Leckereien und Spezialitäten beim Schulfest der Hauptschule

Lehrer Eckehard Schröter wurde an den Pranger gestellt. Die Kinder durften ihn mit Wasserbomben bewerfen.

Bünder Zeitung vom 18.07.1991

Bünde (jyb). » Wie Gott in Frankreich« lebten die Besucher des Schulfestes der Hauptschule Bünde-Mitte am Montag auf dem Schulgelände. Dort verwöhnten die Schüler ihre Eltern, Lehrer, Geschwister und Freunde mit kulinarischen Genüssen. Als besondere Attraktion galten die tadschikischen Spezialitäten, die von Spätaussiedlerkindern zubereitet worden waren. Maultaschen mit Rinderhackfüllung fanden reißenden Absatz. Aber auch das kleine Eiscafe mit eigener Theke sowie Stühlen und Tischen wurde von den Gästen des Schulfestes fleißig aufgesucht. Sogar eine Eiskarte war von der Klasse 9a extra hergestellt worden. Über den Schulhof verteilt, verkauften die Kinder an weiteren Ständen Waffeln mit Kirschen, Popcorn und Getränke. Eine große Tombola, Nägelschlagen und Luftballonpfeilwerfen gehörten natürlich auch zum Programm. Schulleiter Horst Pieper ist es bei den Schulfesten besonders wichtig, dass die Kinder lernen, eigene Aktivitäten zu entwickeln und selbst zu organisieren. Der Gewinn des Tages soll der Schülervertretung zugute kommen, die einen Billardtisch anschaffen möchte.

»Popcorn selbst gemacht« hieß die Devise dieser eifrigen Schüler.

Fotos: Briegmann

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