Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1991/1992

 

 

Dass zu Beginn diese Schuljahres gleich 6 neue Kolleginnen und Kollegen ihren Dienst an der Hauptschule Bünde-Mitte antraten, hatte mehrere Gründe. Ein Grund war, dass sich die Hauptschule Bünde-Nord wegen der Einrichtung der Gesamtschule Bünde im Stadtteil Ennigloh langsam auflöste. Die Personalaufstockung war sehr willkommen, da sich die Schülerzahl wieder sprunghaft auf insgesamt 503 Jungen und Mädchen erhöht hatte. Auch die ausgeschriebene Stelle einer Sozialpädagogin konnte mit Frau Schoenfelder besetzt werden. Sie stand somit dem Kollegium und der Schulleitung als willkommene Hilfe in diesem Bereich zur Verfügung.
Vom 6. 11. bis 24. 11. 1991 richtete die Schule im Dammhaus des Kreis- und Tabakmuseums die Ausstellung „Kunst und Textil an der Hauptschule Bünde-Mitte“ aus. Sie gab Einblick in den Kunst- und Textilunterricht, indem Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen ihre Arbeiten aus verschiedenen Themenbereichen dieser Schulfächer und mit unterschiedlichsten Techniken ausgeführt der interessierten Öffentlichkeit präsentierten.
Im Verlauf dieses Schuljahres gab es keine weiteren nennenswerten Höhepunkte. Man begann aber bereits im Juni 1992 mit der Planung eines ersten großen Weihnachtsmarktes, der in der Adventszeit des kommenden Schuljahres stattfinden sollte. Daher verzichtete das Kollegium auch auf die Durchführung eines weiteren Sommerfestes zum Abschluss des Schuljahres.

 

Hauptschule Bünde-Mitte gibt mit Ausstellung im Dammhaus Einblicke in den Kunst- und Textilunterricht

Gelernt, mit Farben, Zeichenstift und Formen umzugehen

Bünde. Im Zyklus der einmal jährlich im Dammhaus ausstellenden Schulen wurde jetzt die Werkschau der Hauptschule Bünde-Mitte eröffnet, die Einblick gibt in den Kunst- und Textilunterricht der Jahrgangsstufen fünf bis zehn. Die Mannigfaltigkeit der durch gezielte Aufgabenstellung entstandenen Exponate ist überraschend und frisch. Der Unterricht im Umgang mit Farb- und Zeichentechniken, das Modellieren, Formen und Gießen mit Ton, Glasur- und Brennverfahren, Applizieren, Sticken, Nähen und kleine Handwebstücke, setzen die ursprüngliche Kreativität der Kinder frei, und selbst da, wo sich im bildnerischen Bereich an Vorbildern orientiert wird, sind die Beispiele impulsgebend und bringen die eigene Phantasie in Gang.

Eine ganze Reihe von Bildern setzt sich mit dem Porträt auseinander, wobei jeweils Fotos die Grundlage waren und noch nicht das lebende Modell. Feine Federzeichnung, geübt in einzelnen Bildelementen bis hin zu ornamentalen Fabeltieren, verpustete Tusche mit eingezeichneten Linien, zu bizarren Baumfragmenten gestaltet, finden sich an den Wänden. Im 5./6 . Schuljahr dient schon Paul Klee als Vorbild für Aquarellzeichnungen

und Kratztechniken. Hier wird ein farbiger Malgrund schwarz abgedeckt und die Farben wieder freigekratzt.  Das gibt sehr filigrane Linien und die hier gestalteten Phantasievögel haben wunderschöne Federstrukturen, immer abhängig vom unterlegten Farbspektrum.

Impressionistische Landschaftsmalerei, bis hin zum Pointillismus hat das 9. Schuljahr sich zur Aufgabe gemacht, das auch die vorerwähnten Porträtstudien zeigt. Mit den Techniken der Seidenmalerei setzte sich die Jahrgangsstufe sieben auseinander, die auch die an Graffitis von Keith Hearing erinnernden Tierzeichnungen machte. Sehr ausgereift im Eingang die konstruktiven Bilder der inzwischen abgegangenen Stufe 10. Hier hatte der Kunstlehrer Klaus Karbach nach Vorlagen von Escher arbeiten lassen. Diese Bilder überraschen durch die Vielseitigkeit der Raumtäuschungen mit Hilfe raffinierter perspektivischer Illusion. Diese Eingangskabine ist sehr repräsentativ und niveauvoll für Schülerarbeiten. Lustige Küchentücher mit plakativen Applikationen, Herbstlaub zu dekorativen Bildern geklebt, Keramikgefäße, gegossene und glasierte Enten und Glocken, geformte Masken, textile Einkaufsbeutel bemalt mit Plusterfarben, Stickereien und Puppen. Ein breiter Querschnitt aus dem praktischen Schaffen, an dem viele Lehrkräfte beteiligt waren, die Rektor Horst Pieper in seinen Erläuterungen einzeln würdigte. Im Gespräch mit den Lehrerinnen Christine Hartmann, Barbara von Mitrofanoff und Doris Turminski kam dann auch die leidige und wichtige

 

Schülerinnen und Schüler der Hauptschule "Mitte" im Dammhaus, wo ihre Arbeiten derzeit ausgestellt sind.

Foto: William   

Kostenfrage auf den Tisch. Für etwa 450 Schüler(innen) gibt es im ganzen Jahr einen Materialbeitrag von 400 Mark, je zur Hälfte für Textil und Kunst. Das ist nicht viel, besonders im Hinblick darauf, dass diese Kinder oft aus finanzschwachen Elternhäusern stammen. Gleichzeitig ist aber an der Hauptschule ein Schüler-potential vorhanden, das im praktischen Bereich ganz besonders zu fördern und vor allen Dingen zu motivieren ist. Oft sind die Ideen immens schwer zu realisieren, einfach aus diesen materiellen Überlegungen. Der Etat ist leider denkbar knapp.

Bürgermeister Siegfried Hagemann konnte zur Eröffnung auch den Schulamtsdirektor Horst Ziebell begrüßen und mit Recht herausstreichen, dass Bünde den Schulen dieses Ausstellungsforums im Turnus als etwas Besonderes bietet. Bis zum 24. November bleiben die Schülerarbeiten noch ausgestellt und es ist ihnen reger Besuch zu wünschen. Empfehlenswert ist das Anschauen, zumal die stimmungsvolle Herbstde-koration mit der aufgebauten selbstgeformten Terrakotta-Krippe schon die Weih- nachtszeit ankündigt.

Gerda William

Neue Westfälische v. 08.11.1991

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