Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

 

1999/2000

 

 

Die Schülerzahl stieg in diesem Schuljahr auf 480 Jungen und Mädchen an. Dies bedingte eine Aufstockung des Kollegiums auf 45 Damen und Herren, die insgesamt 23 Klassen zu unterrichten hatten. Auch der Musikraum war wieder Klassenraum.

Der 5. Weihnachtsmarkt der Hauptschule Bünde fand am 26.11.1999 auf dem Schulgelände statt. Alle Klassen und viele Lerngruppen hatten sich wieder wochenlang darauf vorbereitet. So kam es abermals zu einem tollen Angebot an weihnachtlichem Schmuck und Geschenkartikeln. Eine besondere Attraktion war das Ponyreiten für die kleinen Gäste.
Am 25.02.2000 präsentierte sich in der Aula der Schule eine Klasse 10 A als Schülerfirma „school and work company“. Bereits am Tag zuvor wurden dazu ein Rundfunkbericht (Radio Herford) und ein Fernsehbeitrag (WDR-Regional) ausgestrahlt. Konzeption und Werdegang dieser Schülerfirma, die bereits seit Beginn dieses Schuljahres existierte, wurden vorgestellt. Dies geschah durch szenische Darstellungen, Bildmappen, Videotapes, Schaubilder und Ausstellung der bisherigen Produkte. Dieses neue pädagogische Konzept für eine Klasse 10 A sollte ein großartiger Erfolg werden und prägt seit diesem Schuljahr maßgeblich das Bild und die Arbeit der Hauptschule Bünde.

Am 15.06.2000 verstarb nach längerer Krankheit die Kollegin Frau Oevermann. In einer bewegenden Beisetzungsfeier nahmen alle Kolleginnen und Kollegen sowie die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b, deren Klassenlehrerin sie gewesen war, am 20.06.2000 von ihr Abschied.

 

Weihnachtsmarkt mit eigener »Schülerfirma«

Eigene Produkte verkaufte die Schülerfirma »School & Work« beim großen Weihnachtsmarkt der Hauptschule an der Heidestraße in Bünde. Dichtes Gedränge herrschte in den weihnachtlich geschmückten Klassenzimmern und Aufenthaltsräumen, der Schulhof war zu einem Weihnachtsmarkt umfunktioniert worden, auf dem es sogar möglich war zu reiten.

Viele Köstlichkeiten wurden überall angeboten, Geschenke für das Weihnachtsfest, darunter von Schülern und Eltern hergestellte Bastelarbeiten, waren sehr begehrt. Wer sich nach dem vielen Trubel nach Ruhe sehnte, ging in den Raum der Stille. Der Weihnachtsmarkt machte nicht nur den Schülerinnen und Schülern viel Spaß, sondern allen Gästen der Hauptschule.

Neue Westfälische vom 29. 11. 1999 - Foto: W. Meier

Arbeit eines Jahres präsentiert

Bünde (He). Selbstgemachte Marmeladen, Stollen und Schmalz von der Klasse 9c, Bratwürstchen von der Klasse 9a, und die 7b lud in die Spiel- und Bastelstube. Alle 487 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Bünde-Mitte hatten gemeinsam fast ein Jahr lang Pläne geschmiedet, Abläufe organisiert und Geschenke gebastelt für den großen Weihnachtsmarkt, der am Freitag Nachmittag unzählige Eltern und Bekannte auf das Schulgelände an der Heidestraße lockte.

Der Schulhof erstrahlte in hellem Glanz, es roch nach Bratwurst und aus den Lautsprechern erklangen Weihnachtslieder. Jede Klasse und auch die Eltern waren mit einem eigenen Stand oder einer Attraktion vertreten.

Seit 1992 veranstaltet die Schule alle zwei Jahre dieses festliche Ereignis. „Die Arbeiten sind alle während des Unterrichts entstanden“, sagt Schulleiter Horst Pieper, der sich besonders über die Ergebnisse freut. Auch die Schülerinnen und Schüler waren mit viel Spaß dabei, grillten eifrig und priesen ihren selbstgemachten Weihnachtsschmuck an.

Der Erlös aus der mühevollen Arbeit geht in die Klassenkasse, damit im übernächsten Jahr wieder ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt stattfinden kann. 

Bünder Zeitung vom 29. 11. 1999 - Foto: W. Meier

Schüler als Unternehmer
Schülerfirma an der Bünder Hauptschule stellt Freitag erste Ergebnisse vor

 

VON DIETER SCHNASE
UND HANS RICHTER

• Bünde. Am Anfang stand die Idee. Um Schülerinnen und Schüler auf den späteren Beruf vorzubereiten, sind gerade in der heutigen Zeit auch ungewöhnliche Wege erforderlich. Einen solchen hat die Hauptschule Bünde beschritten, die im August letzten Jahres die Schülerfirma "school & work co." gründete. Die Ergebnisse der unternehmerischen Arbeit in der Klasse 10, TypA (ohne Qualifikationsvermerk FOS), werden am Freitag, 25. Februar, ab 11 Uhr in der Aula der Hauptschule an der Heidestraße vorgestellt.

Wie Schulleiter Horst Pieper erläuterte, falle den Schülern die Wahl für einen Ausbildungsberuf zunehmend schwerer. Die Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen, blockiere das Handeln. Um einen Aufschub zu gewinnen, werde eine aus schulischer Sicht oft unsinnige - Warteschleife an einem Berufskolleg eingelegt. Eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten führe obendrein zu Absagen auf dem Ausbildungsmarkt.
Die Lehrkräfte an der Hauptschule beobachten zudem eine zunehmende Schulmüdigkeit, die sich in

Vorbereitung auf Leben und Beruf: Im Werkraum der Bünder Hauptschule sind die Schüler(innen) der Schülerfirma derzeit mit der Herstellung von Schaukelelefanten für Kinder beschäftigt. Neben praktischen Erfahrungen können die Teilnehmer auch kaufmännisches Wissen erwerben.

hohen Fehlzeiten äußert, und eine Motivationslosigkeit gerade in den oberen Klassen. "Praxisorientiertes Handeln und Lernen muss wieder Sinn in die schulische Arbeit bringen", so das Ziel der Schule. Die Idee von der Schülerfirma, die über die bekannten Schülerpraktika hinausgeht, war geboren.

Für das in dieser Form einzigartige Projekt meldeten sich 18 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, Typ A, zum Schuljahr 1999/2000 als "Jungunternehmer" an. Gestartet wurde mit einem handwerklichen Betrieb, die kaufmännische Abteilung kam später dazu. Der erste Auftrag sah vor, 50 alte Stühle aus dem Stadtgarten zu restaurieren. Eine Aufgabe, die überwiegend von den Jungen erledigt wurde. Parallel dazu nähten Mädchen Gardinen für den Klassenraum oder stellten textile Produkte z.B. Schürzen - auf Bestellung her. Mit dem Schulleiter musste über einen Kredit zur Materialbeschaffung verhandelt werden. Und wie in der Realität wurde natürlich auch ein Konto bei der Sparkasse eröffnet. Ein Folgeauftrag der gemeinnützigen Schülerfirma bestand darin, Schaukelelefanten für Kinder herzustellen. Die Rohteile wurden von einer Bünder Firma angefertigt.

Kontakte halten die Schüler weiter zum Arbeitsamt als Berufsberater, zur IHK in Bielefeld als Rechtsberater, zum Finanzamt als Finanzberater, zur Kranken-kasse, die mit einem Bewerbungs- und Vorstellungs-training beteiligt ist, zum Gewerbeaufsichtsamt, das den Anfangsauftrag besorgte und nicht zuletzt zur Stadt Bünde. Deren Bauamt entwarf Pläne für einen Schulanbau, der als Firmen-arbeitsraum genutzt werden soll. Bislang dient hauptsächlich der Werkraum der Schule als Arbeitsplatz.

Nach Worten von Schulleiter Pieper läuft der Firmenbetrieb innerhalb des Unterrichts-planes und fächer-übergreifend. Die Firma soll auch nach Abschluss der 10. Klasse weiter geführt, eventuell sogar ausgeweitet werden.

Der an dem Projekt beteiligte Abschlussjahrgang erhält für die zusätzliche Qualifizierung ein Extra-Zeugnis, von dem Horst Pieper sich verspricht, dass es bei der nicht leichten Suche nach einem Ausbildungsplatz nützlich sein wird.

 

Neue Westfälische v.  24.02.2000

Gehören zur Schülerfirma (v.l.): Selvete Regjepaj und Yvonne Bicknell. Neben Holzprodukten - Renner ist ein Schaukelelefant - werden auch Kissen, Schürzen und Gardinen auf Maß gefertigt. Die ersten Aufträge an die Schülerfirma wurden schon erteilt.

Foto: Raske

Projekt an Bünder Hauptschule: für mehr Praxis- und Berufsnähe
Arbeiten in der eigenen Firma

Bünde (hr). »Ich würde es jedem empfehlen. Der Praxisbezug ist da; man lernt, sehr verantwortlich zu arbeiten. «Yvonne Bicknell klingt überzeugt. Obwohl die Hauptschülerin die Abgangsklasse besucht, hat sie schon  einen Arbeitsplatz. Der ist allerdings ein wenig ungewöhnlich. Yvonne ist nämlich Angestellte der Firma »School & work-Company«. Dahinter verbirgt sich eine Schülerfirma, die von der Klasse 10 A2 gemeinsam mit Lehrern ins Leben gerufen wurde. Am Freitagvormittag nun wurde dieses Projekt offiziell vorgestellt. In der Aula der Hauptschule waren zahlreiche Bünder Pädagogen zu Gast, um sich informieren zu lassen.
Was erwartet uns in der Berufs und Arbeitswelt? Diese Frage soll in der Abschlussklasse nicht nur theoretisch, sondern auch hautnah beantwortet werden. Die Idee dazu stamme nicht aus Bünde, gestand Beratungslehrerin Rosemarie Kellermeier. »Wir haben uns bei einer Schule in Moers informiert. Dort gab es eine Schülerfirma, die jedoch nur zwei bis drei Stunden in der Woche an diesem Projekt arbeitete.« Das war den Pädagogen in Bünde zu wenig. Nach der Devise »ganz oder gar nicht« entschlossen sie sich dazu, anderthalb Schultage dafür zu reservieren.
Nun musste nur noch die richtige Klasse gefunden werden.
Die Entscheidung fiel auf die 10A2. „Sie ist ein bisschen unser Sorgenkind«, meinte die Beratungs-lehrerin.

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Die Schülerinnen und Schüler dort hätten ihre ersten Misserfolge hinter sich -»oft sind sie deshalb nicht mit ganz so viel Lust bei der Sache«. Das habe sich in der neuen Schülerfirma geändert. Teamgeist, Leistungsbereitschaft und die Fähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen, hätten vermittelt werden können. Das bestätigte auch Ruth Vahle, Fachlehrerin für textiles Gestalten: »Die Kinder mussten lernen, sorgfältig und ordentlich zu arbeiten. Sobald sie erkannt hatten, dass für die Praxis. geschaffen wird, waren sie sehr aufgeschlossen und wissbegierig«. Doch bevor es soweit war, gab es einige praktische Fragen zu klären. Welche Rechtsform soll die Firma haben, wie sieht die Arbeitsteilung aus und - ganz wichtig - woher kommt das Startkapital?

Schulleiter Pieper und Klassenlehrer Udo
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Schürmann erklärten, wie man die einzelnen Hürden genommen habe. Hilfreich war dabei ein Theaterstück, das die Jugendlichen aufführten. Für Schmunzeln sorgte eine Szene im Amtszimmer der Ersten Beigeordneten Jutta Bredenkötter. Dort konnten die Schüler auch ihren ersten Großauftrag entgegennehmen: die Renovierung von 250 alten Stühlen aus dem Stadtgarten.
Sorgen bereitete der Schülerfirma noch die derzeitige Raumsituation. Das Klassen-zimmer ist teilweise zur Produktionsstätte und zum Zwischenlager umfunktioniert worden. Hier hofft man auf die Unterstützung der Stadt Bünde als Schulträger.
 
Bünder Zeitung vom 26.02.2000
Zwei Elefanten im Rathaus
„Firma“ lieferte an Bürgermeisterin und Beigeordnete

• Bünde (acht).

Zwei hölzerne Schaukel-Elefanten haben im Rathaus ein neues Zuhause gefunden. Die Erwachsenen sollen sich an der hübschen Optik erfreuen, die Kinder dürfen auch damit spielen. So jedenfalls wünschen es die beiden Käuferinnen, Bürger-meisterin Anett Kleine- Döpke-Güse und die Beigeordnete Jutta Breden-kötter.

Gebaut und geliefert wurden die Schaukel-Elefanten von der Firma der Hauptschule, 10A2. Bereits ein ganzes Dutzend dieser hölzernen Rüsseltiere wurde von der Firma schon hergestellt, und Jutta Bredenkötter hatte zu den ersten Auftraggeberinnen gehört. „Die Nachfrage war da“, konnten gestern die Vertreter der Schul-Firma, Oliver Kriener und Sven Vogtländer, feststellen.

Diese Schul-Firma war seinerzeit gegründet worden, um die Schülerinnen und Schüler schon während der Schulzeit auf einen handwerklichen Beruf und nicht zuletzt auf einen

Hübsch aus Holz: Oliver Kriener und Sven Vogtländer als Vertreter der Firma lieferten die Schaukeltiere an Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse und Beigeordnete Jutta Bredenkötter. Foto Stöss

Ausbildungsplatz vorzubereiten. Wie in einem richtigen Betrieb wird die herzustellende Ware, vom Angebot bis zur Rechnung, von den Schülern begleitet und gemanagt. „Das ist so eine Art Mischung zwischen Unterricht und handwerklicher Arbeit für den realen Bedarf“, führt der begleitende Lehrer Horst Pieper aus.  Derzeit liegt beispielsweise eine Anfrage vom Kindergarten Hunnebrock vor, 50 Stühle zu sanieren. „Ein solcher Stuhl wird zunächst aufgearbeitet, dann können wir einen Kostenvoranschlag machen“, äußern sich die Schüler. „Dann seid ihr ja in eine richtige Marktnische gestoßen“, freute sich die Beigeordnete. Schulstühle gibt es in Bünde jede Menge aufzuarbeiten“. Arbeitslos werde die Firma, so ihre

Prophezeiung, ganz bestimmt nicht.

In der Tat: 14 von 19 Schülern haben bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Die Bescheinigung, in dieser Schul-Firma mitgear-beitet zu haben, wurde durchweg positiv von den Ausbildungsbetrieben aufgenommen. Auch in ihre Praktika seien sie durch ihre erworbenen praktischen Kenntnisse und den erlernten Umgang mit Werkzeugen viel sicherer hineingegangen, bestätigten Oliver, der Heizungstechniker, und Sven, der Werkzeugmechaniker werden will. Auch haben sie gelernt, nicht zuletzt durch den Auftrag, 275  Stadtgarten-stühle aufzuarbeiten, die Arbeitszeit einzuteilen.

Die Einnahmen aus den Verkäufen fließen wieder in die Firma, um das Material oder Hilfe-leistungen fremder Firmen zu bezahlen. Und nur ein ganz, ganz winziger Teil soll der Klassenkasse zugutekommen.

 

Neue Westfälische vom 28.03.2000

Fotoalbum:
Vorstellung des Projekts "Schülerfirma" in der Aula
(Fotos: W.Meier) 

 

Fotoalbum:
Lesewettbewerb 1999
(Fotos: W.Meier)

 
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