Hauptschule Bünde
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Einen Tag im Chefsessel in vollen Zügen genossen
Dennis Riedel aus Bünde hat beim Wirtschafts-Junioren-Quiz gewonnen /Beim Frommholz in Spenge „das Zepter“ geschwungen

VON OLIVER HEROLD


Enger/Bünde. Zigarre und Champagner werden nicht gereicht, stattdessen gibt es Schnittchen. Die Füße liegen lässig auf dem Schreibtisch, den Telefonhörer hält er locker in der Hand. Einmal Chef sein scheint angenehm, zumindest für einen Tag. Dieses Privileg genoss gestern Dennis Riedel (16) aus Bünde. Beim Schülerquiz „Wirtschaftswissen im Wett- bewerb“ hat er den Hauptpreis gewonnen: Einen Tag im Chefsessel. Seinen Job tritt er bei der Polstermöbel - Firma Frommholz in Spenge an.

 

Der Tag beginnt für Dennis Riedel um 9 Uhr. Das mit dunklem Holz ausgekleidete Chefbüro in der ersten Etage ist groß und der Sessel bequem.

„Heute bin ich der Boss“: Dennis Riedel (16) war gestern für einen Tag Chef der Spenger Firma Frommholz. FOTOS: OLIVER HEROLD
Rundgang: Firmenchef Gero Frommholz (2.v.r.) zeigt Dennis Riedel sowie Joachim Klein und Ulrich Tepper (v.l.) den Betrieb.

Kurz einen Überblick verschaffen über die Firmenstruktur, E-Mails checken, einen Rundgang durch den Betrieb machen, Gespräche mit Auszubildenden führen – der Morgen geht schnell vorbei, bald ist Mittagspause. Am Nachmittag steht noch ein Besuch in der Produktion im Terminkalender, der Aufbau eines Polstermöbelstückes soll gezeigt werden.

„Das ist wirklich alles sehr interessant und es macht Spaß“, sagt Riedel, der zurzeit noch die Hauptschule Bünde besucht und demnächst eine Lehre zum Zimmerer machen will. „Und man bekommt auf alle Fragen eine Antwort“, fügt er hinzu. Den kompletten Tag hat sich Juniorchef Gero Frommholz (30) freigenommen, um sich ausschließlich um seinen „neuen Boss“ zu kümmern, seine Fragen zu beantworten und um ihn in die Geheimnisse des Geschäftslebens einzuweihen. 370 Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen aus Ostwestfalen hatten im vergangenen Jahr an dem von den Wirtschaftsjunioren OWL veranstalteten Quiz teilgenommen, für das jedes Jahr ein anderer Unternehmer seinen Chefsessel räumt. Fragen wie „was beschreibt die PISA-Studie“, „was ist ein Saldo“ oder „was beschreibt ein Business-Plan“ mussten beantwortet  werden. 90  Schüler  konnten  die  25  gestellten Fragen fehlerfrei beantworten,65 folgten der Einladung zur Endausscheidung, bei der schließlich ein Gewinner per Losverfahren ermittelt wurde. „Für uns ist der Kontakt zu Schülern wichtig, denn sie sind die Auszubildenden von Morgen“, sagt der Vorsitzende der Wirtschafts-Junioren OWL, Joachim Klein. „Teilweise können Lehrstellen nicht besetzt werden, weil die Bewerber nur unzureichend qualifiziert sind“, beschreibt er das Dilemma. „Um dem vorzubeugen suchen wir die Nähe zu den Schülern, auch um ihnen zu zeigen, wie wichtig eigenes Engagement ist. “Und Dennis Riedel? Der genießt sein Chef-Dasein weiter im bequemen Sessel, lauscht aufmerksam dem Gespräch und strahlt für die Presse. Auch da muss man als Boss durch.

Neue Westfälische vom 01. 03. 2006

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