Hauptschule Bünde
 Hauptschule Bünde

Auf der Schulung: Das Seminar fand in der Berghütte in Rödinghausen statt. Foto: Schoenfelder

Schülervertretung lernt Medienkritik am Beispiel Migration

Hauptschule Bünde: Mit Hilfe dreier Bausteine lernten die Schüler, wie machtvoll Bilder sein können und wie sie mit Hilfe eines veränderten Kontextes wirken. Am Ende stand ihre Idee einer gerechten deutschen Gesellschaft

 

Bünde. Unter der Moderation von Norbert Ellermann (Historiker Kreismuseum Wewelsburg) beschäftigten sich 22 Schüler gemeinsam mit ihren SV-Lehrern Elke Schoenfelder und Stefan Struckmeier mit der Macht der Bilder in den heutigen Medien am Beispiel von Migration.

BAUSTEIN EINS

Alle Teilnehmer stellten sich vor und berichteten oftmals über ihre selbst erlebte Flucht. Die schon seit ihrer Geburt in Deutschland lebenden Jugendlichen reagierten mit Erstaunen und Mitgefühl. So kamen einige Jugendliche mit Schlauchbooten, Bussen, Zügen, Schiffen, zu Fuß oder versteckt in Viehtransportern nach Deutschland. Anhand von Bildern aus diversen Medien wurde anschließend deutlich, dass Bilder einerseits zum Verständnis beitragen und andererseits Ängste wecken und Vorurteile verstärken können.

 

BAUSTEIN ZWEI

Dieser setzte sich mit Deutschland als Einwanderungsland auseinander.. Mit Hilfe eines Films und einer Power-Point-Präsentation wurde den Schüler bewusst, dass es unterschiedliche Arten von Migration gibt. Die deutsche Wirtschaft suchte in der Phase des Wirtschaftswunders dringend fleißige und gesunde junge – vor allem männliche – Arbeitskräfte. Deren kulturelle Eigenarten stießen auf Ablehnung bei einigen Bevölkerungsteilen, weil man kaum voneinander wusste. Erst durch das gegenseitige Kennenlernen konnten Vorbehalte verringert werden. Ellermann betonte, dass viele gerufene Arbeitskräfte aus autoritär regierten Ländern kamen. Diese mussten erst in Deutschland lernen, dass Arbeitnehmer auch Rechte haben.

BAUSTEIN DREI

In einer weiteren Arbeitsphase „bauten“ die Schüler aus ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Wünschen ein gemeinsames Zuhause in Deutschland. Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheitsversorgung für alle, Demokratie, Gleichberechtigung, Meinungs- und Glaubensfreiheit, Sicherheit und Schutz sowie Vertrauen und Akzeptanz gehören mit zu den Fundamenten der neuen Heimat.

„Mir ist die Einhaltung der Menschenrechte sehr wichtig, denn so können Menschen in Würde leben – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und Religion“, sagte Schülersprecherin Laura Meider. Und Saskia Heusohn ergänzte: „Unser Zusammenleben soll auch durch Freude, Lachen und Spaß bestimmt sein".

Die Gesundheitsfürsorge für alle ist für mich ganz wichtig.

In meinem Herkunftsland werden Menschen, die kein Geld haben, einfach wieder nach Hause geschickt“, schilderte Miran Hamad.

Lehrerin Elke Schoenfelder wies abschließend daraufhin, dass erst ab dem 18. Jahrhundert in Europa Staaten und Grenzen entstanden, die heute noch vorhanden sind. Nicht eine gemeinsame Sprache oder eine gemeinsame Kultur bestimmte darüber, wer sich, zu welchen Nationen, zusammenschloss. Es war eher umgekehrt: Die Menschen, die innerhalb der neugezogenen deutschen Grenzen lebten, entwickelten erst eine Kultur. „Man könnte also sagen: Die Menschen, die heute in Deutschland leben, entwickeln nach und nach ebenfalls eine gemeinsame Idee vom Deutschsein“, so Schönfelder.

 

NW vom 18. 11. 19

Fotoalbum 
(Fotos Schoenfelder)

 

 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hauptschule Bünde